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Bogentuning
Das Bogentuning bei Recurve- und Langbogen, die nicht zum Fitabereich gehören, beschränkt sich auf die Spannhöhe, den Nockpunkt und die Pfeilauflage.
Die Spannhöhe ist der Abstand zwischen Bogen und Sehne im nicht ausgezogenen Zustand. Dieses Maß wird von den meisten Herstellern angegeben. Dabei muss man darauf achten, ob dieses Maß vom Bogenbauch, von der Pfeilauflage oder vom Bogenrücken aus gemessen wird. Beim Einschießen eines neuen Bogens, aber auch bei der Umstellung auf einen anderen Sehnentyp, beispielsweise von einer Endlossehne auf eine Flämisch Spleiss Sehne, gehe ich folgendermaßen vor: Ich montiere einen provisorischen Klemmnockpunkt auf die Mittenwicklung. Ein Checker ist dabei sehr hilfreich. Er definiert einen 90° Winkel von der Pfeilauflage auf die Sehne. Der Nockpunkt kommt dann etwa 10mm über diesem Punkt auf die Sehne. Dann wickele die Sehne so weit ein, dass die größte angegebene Spannhöhe erreicht wird. Dann schieße ich einige Pfeile und merke mir, wie der Bogen reagiert. Der Bogen wird dann abgespannt und die Sehne wird 5 - 10mal ausgedreht und wieder aufgespannt. Schieße ich jetzt einige Pfeile, kann ich merken, ob der Bogen anders arbeitet als vorher. Egal ob ich keinen Unterschied merke oder eine Veränderung zum Positiven, drehe ich die Sehne weiter aus und schieße wieder einige Male. Auf diese Weise verringere ich die Spannhöhe kontinuierlich. Irgendwann ist ein Punkt erreicht, an dem der Bogen anfängt, schlechter zu arbeiten. Dann drehe ich die Sehne wieder etwas ein. Auf diese Weise habe ich eine Standhöhe eingeschossen, bei der der Bogen optimal arbeitet und die möglichst gering ist, denn eine geringe Standhöhe bedeutet eine hohe Abschussgeschwindigkeit; und das bei einem ruhig arbeitenden Bogen.
Der Nockpunkt, der nur provisorisch montiert ist, muss nun eingestellt werden.
Schnell und einfach geht das, wenn ein anderer Schütze sich hinter dich stellt und den Pfeilflug beobachtet. Reiten die Pfeile, schwingen sie also nach dem Abschuss nach Oben und Unten, schiebst du den Nockpunkt nach Oben oder Unten bis die Pfeile ruhig aus dem Bogen fliegen.
Etwas aufwändiger ist der so genannte Rohschafttest. Hierbei werden befiederte und unbefiederte Pfeile aus etwa 5m Entfernung auf eine Scheibe geschossen. Die Scheibe besteht am Besten aus einem homogenen Material. d.h. aus Ethafoam oder einer anderen Dämmplatte, weil beim Schießen auf eine Strohscheibe die unbefiederten Pfeile, wenn sie allzu schräg auftreffen, abbrechen könnten. Stecken beide Pfeilarten im gleichen Winkel und in der gleichen Höhe in der Scheibe, ist der Nockpunkt in Ordnung. Wenn die Rohschäfte über den befiederten Pfeilen stecken, muss der Nockpunkt nach oben verschoben werden, andernfalls nach unten.
Noch genauer ist der so genannte Papiertest. Dabei werden befiederte Pfeile aus einer Entfernung von 3 - 10 m durch ein in einen Rahmen gespanntes dünnes Papier geschossen. Anhand der Rissbilder im Papier kann man entscheiden, in welche Richtung der Nockpunkt verschoben werden muss.
Darüber hinaus sagt dir so ein Papiertest auch, ob der Spinewert deiner Pfeile richtig ist. Seitliche Ausrisse deuten auf einen nicht passenden Spinewert des Schafts hin. Dieser Test muss aber auf jeden Fall in verschiedenen Entfernungen durchgeführt werden, da durch den Pfeilreflex bedingte Interferenzen ausgeschlossen werden müssen.